loading . . . Die Sicherstellung der Merkmale Authentizität und Integrität in Zeiten des KI-Einsatzes ## _Thorsten Preuss, Amt für Digitalisierung und Informationstechnik der Stadt Köln_
Im Abstract zum Vortrag wird die Thematik skizziert: KI und deren Einsatz führt mittlerweile zu Veränderungen in privaten und öffentlichen Bereichen. Aus unterschiedlichen beabsichtigten und unbeabsichtigten Interessenslagen werden KI-Inhalte erstellt oder originale Quellen durch KI-Einsatz verändert. Die Bedeutung elektronischer Langzeitarchive im Kontext einer unverfälschten Überlieferung digitaler Objekte als Kulturgüter und Zeugnisse ihrer Entstehungszeit ist daher von besonderem Interesse.
Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person und Werdegangs als IT Fachexperte mit archivischem Schwerpunkt und Projektverantwortlicher “Elektron. Langzeitarchivierung” bei der Stadt Köln mit Verantwortlichkeit für Dips.kommunal beginnt T. Preuss den Vortrag mit Beispielen mittels KI veränderter Quellen wie einer Nachricht aus der Tagesschau über verfälschte und verbreitete Quellen zum Holocaust oder KI Manipulationen im Lebenslauf. Die aufgeworfenen Fragen lauten “Alles nur Fake dank KI?” und was bedeutet das für den Umgang mit digitalen Objekten im Hinblick auf deren Authentizität und Integrität? Der Vortag möchte die Herausforderungen aktueller Entwicklungen beleuchten und stellt aktuelle Lösungsansätze vorstellen.
Preuss behandelt zunächst das Thema (digitaler) Quellen und deren Begutachtung, dazu gehören etwa Verfahren, die Objekteigenschaften zum Zeitpunkt der Überlieferung nachweisen. Anhand des sog. “C2PA-Debakels” weist er jedoch nach, dass diese Verfahren keine Sicherheit garantieren. Die Initiative “Coalition for Content Provenance and Authenticity” brachte die grundsätzlich gute Idee ein, dass digitale Kameras einen kryptographischen Echtheitsnachweis für Aufnahmen generieren sollten, was jedoch auch über andere Speicherkarten eingebrachte externe Bildquellen erreicht werden konnte und damit manipulierbar war.
Dennoch sei es möglich, KI-generiertes oder manipuliertes Material auf verschiedenen Wegen zu erkennen, etwa anhand entspr. Tools wie dem kostenfreien AI Text Classifier von Open AI. Problematisch seien dennoch bewusst KI generierte Texte und Vorgänge, die von KI-Assistenten erstellt werden. Das Bundesamt für Informationssicherheit erwähne bsplw. bereits techn. Möglichkeiten der Detektion, weise aber darauf hin, dass es es sich hierbei u ein aktives Forschungsfeld mit offenen Fragen und technischen Ansätzen handele. Hier trifft nach Preuss die gelebte Realität auf die KI-Verordnung von 2024.
T. Preuss weist aber auf den Nutzen eines vertrauenswürdigen Elektron. Langzeitarchivs hin. Dies betrifft die Dokumentation der Authentizität durch vertrauenswürdige Quellsysteme und deren generelle und spätere Überprüfbarkeit anhand von Metainformationen, wie es im OAIS -Modell festgehalten ist. Dieses garantiere die Bewahrung der Integrität auf Bitebene und Objektebene. Bereits die Einlieferung strukturierter Daten z.B. aus Ratsinformationssystemen stelle Authentizität und Integrität der eingehenden Objekte sicher. Die Ursprungsrepräsentation bleibe erhalten und ermögliche die nachträgliche Untersuchung von Objekten sowie Lesbarkeit der Erhaltungsrepräsentation.
Zum Ende seines Vortrages zieht T. Preuss als IT Fachmann das Fazit, für etliche aktuelle Herausforderungen der KI Entwicklung gäbe es momentan noch keine zufriedenstellende Lösungen. Vertrauenswürdige Quellen gewännen aber mehr und mehr an Bedeutung, zumal die Detektion von KI Eingriffen in Objekte noch am Anfang stehe und teils nur begrenzte Erkenntnis liefere. Die Prinzipien des ELZA seien aber Grundlage für zukünftige Ansätze der aktuellen Handlungsfelder der Thematik. Neben den angenehmen Effekten und Entlastungen des KI Einsatzes sei aber auch mit unliebsamen Problemen zu rechnen. Preuss schließt den Vortrag mit dem Verweis auf Gesprächsmöglichkeiten am DA NRW Stand im Foyer.
Frieder Mari-Zeller, Stadtarchiv Haan, eröffnet die Diskussionsrunde zum Vortrag mit einer Frage zu den Entwicklungen der nahen Zukunft, ob etwa der Einbau eines KI Detektors für Dips.kommunal geplant sei. Tatsächlich wird in der Projektgruppe bereits darüber gesprochen, wie dies technisch möglich sei, zu zeitlichen Dimensionen kann er sich derzeit aber nicht äußern.
Frage von Dr. Patt mit pessimistischem Hinweis, was hinsichtlich der technischen Erkennungsmöglichkeiten von KI Manipulationen zu erwarten sei, da die großen Konzerne ja sowohl die Entwicklung von KI als auch deren Detektion in einer Hand bündelten – dazu äußert sich Hr. Preuss aber unter Verweis auf viele gute und kleine Initiativen, die bereits an der Entwicklung neuer Tools sitzen, eher positiv.
Frage von Fr. Schneider, Stadtarchiv Kerpen, ob falsch eingelieferte Quellen dann nicht eine ebenfalls falsche Sicherheit lieferten. Hr. Preuss antwortet, dass Dips.kommunal die Daten nicht verändere, sondern das digitale Magazin sei und bei der Erkennung helfen könne.
Daran schließt sich Prof. Dr. Stumpf, LWL-Archivamt, an und fragt, was Archive tun könnten, um die Einlieferung KI manipulierter Quellen wie digital erstellter und bearbeiteter Fotos in das digitale LZA zu verhindern. Hr. Preuss weist darauf hin, dass sich momentan ein regelrechtes Forschungsgebiet auftue, da bereits bei der Erstellung von Dokumenten oder Quellen wie z.B. Reden von Bürgermeistern, KI eine Rolle spielen könne, was es zu entwirren und technisch zu erforschen gelte, obwohl es sich bei dem genannten Beispiel um eine nominell authentische Quelle handele. Auf der technischen Ebene werde bereits sehr viel dafür getan, die Integrität etwa der eingelieferten Quellen sicher zu stellen.
Heike Bartel
Alle Beiträge anzeigen
* * *
OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
heikebartel (2. Juni 2026). Die Sicherstellung der Merkmale Authentizität und Integrität in Zeiten des KI-Einsatzes. _Rheinischer Archivtag_. Abgerufen am 2. Juni 2026 von https://lvrafz.hypotheses.org/10927
* * *
* * * * *
https://lvrafz.hypotheses.org/10927