loading . . . #Autismus in den Medien | Bones, die Knochenjägerin [Disa] Heute möchte ich Kommunikationskonzepte zwischen neurotypischen und neurodivergenten Menschen zeigen. Ich zeige hier zwei Ausschnitte, zwei Schreenshot-Bildstrecken, zwei Dialoge aus der Serie ‚Bones – die Knochenjägerin‘, die ich aktuell verschlinge.
Im Mittelpunkt dieser Serie steht die forensische Anthropologin Dr. Temperance Brennan. Ihren Spitznamen, Bones, hat ihr der FBI-Mann Booth verpasst, mit dem zusammen sie als Fachfrau für Knochen Mordfälle aufklärt.
Am Anfang der ersten Staffel hat sie sich jedes Mal gegen diesen Spitznamen gewehrt, irgendwann hat sie aufgegeben. Das illustriert, finde ich, sehr gut, wie viele Autistys irgendwann einfach aufgeben, sich gegen die Hiebe und Übergriffe neurotypischer Menschen zu wehren. Wozu auch? Bringt ja eh nichts.
Während Temperance Brennan (obwohl das nirgends explizit gesagt wird) **autistisch** ist, verkörpert Booth den **neurotypischen** Mann perfekt. In seiner tiefverwurzelten Überzeugung richtig zu sein, während Tempe unbedingt nacherzogen werden muss, fordert er sie immer wieder auf, sich anders zu verhalten. Er macht sich über ihre Ernsthaftigkeit und ihre Art zu denken und zu handeln, immer wieder lustig. Noch häufiger aber drängt er sie zu Verhaltensweisen, die ihrer Natur widersprechen. Sie hält oft dagegen und gibt selten nach, und natürlich bleibt sie sich selbst treu. Meistens geht sie nicht allzu sehr auf ihn und sein übergriffiges Verhalten ein, weil es leider ja doch nichts bringt. Ich, als Zuschauerin, halte ihn oft nur ganz schlecht aus. Ich erkenne in ihm viele Menschen, die mir mit ähnlicher Arroganz begegnet sind. Er macht mich wütend, während mich Temperance ermutigt, mich nicht mehr zu verbiegen.
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Nun folgen die zwei versprochenen Bildstrecken mit Screenshots, die ich gestern beim Gucken gemacht habe. Zuerst die Dialoge statt Alternativtexte unter den Bildern, danach die Bilder.
Die rotmarkierten Texte zeigen, wie übergriffig Booth – stellvertretend für viele Menschen – mit Temperance umgeht und wie sehr er sie drängt, sich anders, sich normal, zu verhalten. Sich so zu verhalten, wie er denkt, dass sie sich verhalten sollte. Wie er denkt, dass es richtig ist.
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**Erste Bildstrecke:**
Gegen Ende der ersten Staffel werden die Knochen von Tempes vermisster Mutter gefunden. Gemeinsam mit ihrem Bruder, zu dem sie viele Jahre keinen Kontakt gehabt hatte, beerdigt sie ihre Mutter.
Am Ende der ersten Folge der zweiten Staffel drängt Booth Tempe, sie solle endlich einmal das Grab ihrer Mutter besuchen, um so mit ihr in Kontakt aufzunehmen. Das ergibt für Tempe keinen Sinn, doch sie gibt nach.
Die erste Fotostrecken zeigt den Dialog zwischen Booth und Tempe, wie sie am Grab stehen. Booth hält einen Blumenstrauß in der Hand. Die beiden sind von unten, von hinter dem Grabstein, gefilmt, Tempe steht rechts im Bild, Booth links.
Bild 1:
Tempe: Ich habe nie verstanden, warum man Blumen mitbringt.
Bild 2:
Booth: Tut doch einmal das, was andere tun, ja? Dann weißt du, wie es ist!
Bild 3:
Booth: Komm. So ist gut. Ich warte da drüben, während du mit deiner Mom sprichst.
Bild 4:
Tempe: Ich habe dir doch gesagt, so was mache ich nicht.
Bild 5:
Tempe: Mom, ich bin‘s, Temperance.
Bild 6:
Tempe: Ich habe Fragen, aber du kannst sie mir nicht beantworten. Nichts für ungut, aber …
Bild 7:
Tempe: Ich fasse es nicht, dass ich das tue.
Bild 8:
Tempe: Booth, ich habe die Fragen gestellt, und weißt du, was?
Bild 9:
Tempe: Keine Antwort!
Bild 10:
Booth: Manchmal dauert es, bis man eine Antwort bekommt. Leg einfach die Blumen hin.
Bild 11:
Tempe: Ich kriege Antworten im Labor und du von Leuten.
Bild 12:
Tempe: Keiner kriegt Antworten von einem Stein.
Booth: Dieser hier sagt mir etwas!
Bild 13:
Booth: Was hast du da?
Tempe: Einen Delfin!
(Dieser kleine Fund ist übrigens ein Zeichen dafür, dass Tempes landesweit gesuchter, krimineller Vater am Grab war und also noch lebt.)
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
**Zweite Bildstrecke:**
Dieser Dialog zeigt Booth, der Temperance bei ihr zuhause abholt, um mit ihr zum Fundort eines Skeletts zu fahren. Er nennt den Namen der Toten und macht nonverbal deutlich, dass es sich um eine bekannte Persönlichkeit handelt, doch bei Temperance löst der Name nur Ratlosigkeit aus.
Bild 1:
Tempe: Sollte mir der Name etwas sagen?
Booth: Sie verschwand vor einem Jahr. Schwanger.
Bild 2:
Booth: Bones, du musst dir einen Fernseher kaufen.
Bild 3:
Booth: Oder blättere mal durch ein Magazin.
Bild 4:
Stand es im Journal of Forensic Anthropology?
Bild 5:
Booth: Ich habe mein Abo nicht verlängert!
Du brauchst andere Interessen.
Bild 6:
Tempe: Kam sie in Ted Gioias History of Jazz vor?
Bild 7:
Tempe: Oder in McGees Science and Lore of the Kitchen?
Bild 8:
Tempe: Medien, die den Unterhaltungswert von Verbrechen ausbeuten, brauche ich nicht!
Bild 9:
Booth: Bones, du kannst manchmal wirklich arrogant sein!
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
Screenshot mit Dialog
## Autor: Disa
ü60, weiblich, spät diagnostiertes ADHS (2023), Verdacht auf Autismus wird 2026 abgeklärt. Alle Beiträge von Disa anzeigen https://neurospektral.blogda.ch/autismus-in-den-medien-bones-die-knochenjaegerin/