loading . . . Es gibt so Bücher, die einfach in jeder **Science-Fiction-Bestenliste** auftauchen. _**Ender’s Game**_ von Orson Scott Card ist eines davon. Aber ist es wirklich so gut?
Erst einmal ist es ein **Young-Adult-Roman** , dessen sollte man sich bewusst sein. Man sollte also keine ausgefeilte _Hard-Science-Fiction_ oder komplexe Themen erwarten. Gleichzeitig ist das Buch scheinbar schon so tief in der Popkultur verwurzelt, dass ich das Ende irgendwie habe kommen sehen – ein vages Gefühl, es schon einmal gesehen zu haben. Vermutlich ist das vergleichbar mit jemandem, der noch nie _Stirb Langsam_ gesehen hat, aber gefühlt die Story durch zahlreiche Copycat-Filme, Zitate und Memes irgendwie schon kennt.
Dann sollte man auch noch wissen, dass der Protagonist ein **sechsjähriger Junge** ist. Das ist komplett seltsam, da er sich einfach nicht so benimmt. Kein Kind benimmt sich in dieser Welt normal. Ja, ich weiß, wir haben hier ein supertalentiertes _Mastermind-Wunderkind_ vor uns. Vielleicht habe ich auch falsch in Erinnerung, wie ein Sechsjähriger denkt und fühlt – aber ich hatte harte Probleme, dies zu glauben. Vielleicht ist das auch der Grund, dass der Hauptdarsteller in der gleichnamigen Verfilmung mindestens doppelt so alt ist wie in der Vorlage [1].
**Auch interessant:** Am Anfang wird gesagt, dass ein bestimmter Charakter viel zu aggressiv für das Programm ist, später in der Kadettenschule scheint es dort aber nur von **Psychopathen** zu wimmeln. Für eine interstellare Flotte mit Personalmangel scheint diese ziemlich _random_ in ihrem Auswahlprozess zu sein. Genervt hat mich auch eine Situation direkt im ersten Kapitel, die im Nachhinein als **Red Herring** angesehen werden kann. [2]
Übrigens: Als ich das Buch in der Hand hatte und das Cover angeschaut habe, wusste ich direkt dass dies eine Illustration von John Harris[3] ist. Ein Illustrator, den ich bereits von Ann Leckies "_Imperial Radch_ " Büchern oder der "_Old Mans War_ "Reihe kenne. Direkt eine Aufwertung!
Alles in allem aber eine **solide Geschichte** , die irgendwo zwischen _Full Metal Jacket_ und _Starship Troopers_ angesiedelt ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Message, die das Buch sendet, unterstützen will [4], aber es hat Spaß gemacht. Und dass jedes Kapitel mit einem Gespräch von namenlosen Offizieren beginnt, ist ein interessanter Kniff. Ich glaube aber, dass das Buch zu seiner Zeit besser und überraschender war als im Jahr **2026**.
Wenn es aber um _Young Adult Science Fiction_ geht, würde ich heute aber eher _Red Rising_[3] empfehlen, dass hat mir eindeutig besser gefallen.
Scheinbar gibt es noch einen Haufen Nachfolgebücher, aber die werde ich wohl nicht lesen. Die Geschichte ist für mich **abgeschlossen genug** , als dass ich an weiteren Episoden aus diesem Universum interessiert bin. https://www.flore.nz/blog/enders-game-orson-scott-card/